Home » Versicherungen allgemein » Kommt die Pflichtversicherung gegen Elementargefahren?

Kommt die Pflichtversicherung gegen Elementargefahren?

Die Bundesregierung prüft derzeit nach Medienberichten die Einführung einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden für Wohngebäude.
Dazu wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, denn ganz so einfach ist es nicht, eine Pflichtversicherung einzuführen. Zunächst muss geprüft werden, inwieweit dieser Einschnitt in die Grundrechte von Hausbesitzern gerechtfertigt ist.
Bisher lehnten alle Bundesregierungen, jeglicher politischer Couleur eine solche Pflichtversicherung ab. Anlass sich jetzt doch intensiver mit diesem Thema zu beschäftigen ist eine Anfrage der Fraktion »Die Linke« zu diesem Thema. Auch die Erfahrungen mit der Hochwasserkatastrophe des vergangenen Jahres haben sicher einen Anteil daran, dass dieses Thema nun aufgegriffen wird.

Im Augenblick sieht es danach aus, dass die Beiträge zur Wohngebäudeversicherung deutlich steigen, insbesondere die Absicherung der Elementarrisiken, wie z.B. Hochwasser steigt im Beitrag enorm an. Einer der Gründe hierfür ist auch, dass dieser Baustein in der Wohngebäudeversicherung oftmals nur von Hausbesitzern abgeschlossen wird, deren Häuser in extrem stark gefährdeten Gebieten stehen.
Eine Pflichtversicherung führt dazu, dass Häuser auch in weniger stark gefährdeten Gebieten versichert sind und so die mögliche Last auf mehr Schultern, sprich Beitragszahlern, verteilt wird. Sinnvoll ist die Elementarschadenversicherung tatsächlich auch außerhalb solcher extrem gefährdeter Gebiete. Gerade das letzte Hochwasser zeigte es, es gab hier in vielen Gebieten Überschwemmungen, die in der niedrigsten Gefahrenklasse eingestuft sind. Und darüber hinaus ist Hochwasser nicht das einzige Risiko. So können z.B. Starkregen überall zu Schäden führen, wenn diese meist auch nicht so teuer für den Einzelnen sind.
Ein ganz anderer Aspekt spricht aber noch gegen die Einführung einer Pflichtversicherung. Auf diesen wies ein Gastbeitrag in der Zeitschrift »Versicherungswirtschaft«, geschrieben von GDV Hauptgeschäftsführer Jörg von Fürstenwerth hin:
Durch eine Pflichtversicherung werden Schutzmaßnahmen vermutlich reduziert. Warum sollte ein Versicherter noch Geld in Schutzmaßnahmen investieren, im Zweifelsfall zahlt ja doch die Versicherung. Und auch bei der Auswahl des Bauplatzes könnte dies Einfluss haben. Mag ein besonders gefährdetes Grundstück bisher wegen des Überschwemmungsrisikos  nicht bebaut werden, so könnte sich das dadurch ändern. Und dadurch werden die Prämien wieder hochgetrieben werden.
Auch wenn dies doch ein sehr einseitiges Bild des Hausbesitzers zeichnet, in den meisten Fällen hängt viel Herzblut im Eigenheim und es geht nicht nur um den Wert der Immobilie. Deshalb würde ich davon ausgehen, dass viele Ihr Eigenheim doch so gut es geht, sicher vom Wasser entfernt bauen.
Aber einfach so beiseite fegen darf man diese Gedanken auch nicht.

Die Einstufung von Elementargefahren im Rahmen der Gebäudeversicherung erfolgt in sogenannten Zürs-Zonen. Dabei steht Zürs als Abkürzung für: Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen.  Dabei wird nach 4 Risikoklassen (Zürs-Zonen) eingeteilt:

  • Zürs 4: statistisch 1 mal in 10 Jahren ein Hochwasser
  • Zürs 3: statistisch 1 mal in 10-50 Jahren ein Hochwasser
  • Zürs 2: statistisch 1 mal in 50-200 Jahren ein Hochwasser
  • Zürs 1: statistisch seltener als einmal alle 200 Jahre ein Hochwasser

Mehr Informationen zu den Zürs-Zonen finden Sie auch auf den Seiten des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

iLike Social Media Optimization